„Hanging on the telephone…“
Erinnert sich irgendwer noch daran wie es war als es noch keine Handys gab? Ich weiß das noch. Bin alt genug. Man musste sich in der Schule schon verabreden und dann auch zum verabredeten Zeitpunkt am verabredeten Ort sein. Wenn man unterwegs war, war man unterwegs und eben gerade für keinen erreichbar. Das konnte gut sein – aber auch schlecht.
Wenn man nämlich ganz dringend auf seinen/ihren Anruf wartete. Er hat doch gesagt er ruft an! Das ist schon 2 Tage her! Warum ruft er nicht an? Nein, ich kann heute nicht einkaufen gehen, dann verpasse ich vielleicht den Anruf! Sowas hab ich immer mal wieder von meiner Schwester gehört und natürlich hab auch ich hin und wieder neben dem Telefon gesessen und auf einen Anruf gewartet. Blöd nur, dass das Telefon damals noch an der Strippe hing und im Wohnzimmer stand. Feind hört mit. Na ja, das war so gefühlt zu Zeiten der Erfindung des Telefons.
Damals gab es ziemlich viel Musik, die sich mit dem Warten am Telefon beschäftigte – ich war also nicht allein mit meinem Leid. Ideal, Blondie und andere sangen über das sehnsuchtsvolle Warten und Schmachten. Gibt’s heute nicht mehr. Eigentlich schade. Andererseits gut, dass man heute sein Telefon immer dabei haben kann. Überhaupt hat sich das Telefonieren ja total verändert. Wer telefoniert denn noch stundenlang? Es wird doch alles über Facebook und Co. geregelt. Nur in den Firmen wird noch telefoniert. Und die haben mittlerweile virtuelle Telefonanlagen, wie zum Beispiel die von nfon, die gar nicht mehr vor Ort sind. Alles ändert sich, alles ist im Fluss. Gute Sache! Stillstand ist Rückschritt. Aber hin und wieder darf man auch mal ein wenig melancholisch zurück blicken.
